Scopes und Regions & aktuelle Umsetzung im Solling

Nachdem nun in den Telegram-Gruppen viel über die „richtigen“ Scopes und Regions diskutiert wurde, haben sich ein paar Dinge mittlweile schon mal herauskristalisiert. Der wesentliche Konsens wurde im MeshCore-Wiki festgehalten und die Repeater-Admins haben zumindest mal eine grobe Idee, was man so machen könnte.

Scopes und Regions im Wiki … https://meshcore-de.fyi/meshcore:allgemeines:regions:reale-regions-in-repeatern

In meinem Beitrag aus dem Januar habe ich das ganze noch etwas anders betrachtet und war da noch ein großer Fan von PLZ-basierten Regions – mittlerweile bin ich da komplett von weg und eher auf dem Trip „keep it simple“.

Welche Region-Einträge braucht man wirklich …

Neben den Bundesländer (z.B. de-ni) und der groben geografischen Aufteilung nach Himmelsrichtungen, was überregionale Verbindungen erlaubt, müssen Scopes und Regions vor allem eines sein … lokal und regional!

Das ist nun mal die Kernidee hinter S&R, denn es geht primär darum den Flood-Traffic von Channel-Nachrichten wirksam möglichst dort zu behalten, wo er entsteht und Relevanz hat. Ich wiederhole mich da gerne … die Nachricht für den Channel Solling ist für Menschen im Solling gedacht und braucht nicht bis Hamburg oder München repeatet zu werden. Wie viele Repeats eine solche Nachricht erzeugen kann, sehen wir im MeshCore Analyzer und da kommt noch ordentlich Dunkelziffer drauf.

In diesem Beispiel aus dem Analyzer kann man gut sehen, was die Nutzung von Scopes für einen Unterschied macht … für das Netz bedeutet ein gut gesetzter Scope in diesem Beispiel 1/5 des Traffic und das schafft Airtime für anderen Traffic.

Umsetzung im Solling (Uslar / Bodenfelde / Hardegsen)

Im Solling haben wir in der letzten Woche unsere Repeater mit Regions ausgestattet. Da wir hier viele Repeater tatsächlich auf Landesgrenzen stehen haben, sind hier häufig mehrere Bundesland-Regions eingetragen. Das ist auch überhaupt nicht schlimm, denn damit wird am Beispiel von de-he der hessische Traffic lediglich 5-10 km nach Niedersachsen eingetragen – danach ist dann aber auch Schluss, weil weitere Nachbarrepeater dann kein de-he mehr haben.

Nutzt man nun in seinen Channels die entsprechenden Scopes, wird tatsächlich (wie man im Beispielbild gut sehen kann) der Traffic recht stark lokal gehalten und flutet deutlich weniger stark das restliche Netz. Wir haben hier nun viel probiert und können sagen … es schränkt uns hier im Alltag bei der Nutzung nicht ein. Okay … wir hängen damit vielleicht die Menschen in Hamburg und Leipzig von unserem Smalltalk ab … aber das ist ja auch der Sinn dahinter.

Ich will aber möglichst weit schreiben …

Das ist ja auch weiterhin möglich, denn wenn ich zum Beispiel im Public unterwegs bin, setze ich einfach keinen Scope und mein „wie weit komme ich denn hier“ wird im Zweifel durch ganz Deutschland transportiert … sofern denn genügend Airtime an den Repeatern unterwegs frei ist!

Und genau das ist das Ziel von S&R … wir schaufeln möglichst viel Airtime frei, um diese dann für Traffic nutzen zu können, der wirklich einmal durch das ganze Land gehen soll. Die freiwerdende Airtime hilft uns übrigens auch Direktnachrichten zuverlässiger und schneller zu transportieren, denn nur wenn auf dem Pfad genügend Airtime frei ist und die Repeater die Nachrichten zuverlässig hören und weitersenden können, funktioniert das Pfad-Prinzip von Meshcore gut und es muss weniger geflutet werden.

… und was ist mit #test und #ping und den ganzen Ping-Bots?

Jeder muss mal testen … den neuen Companion, den neuen Repeater, die neue Firmware … eigentlich egal zu welchem Zwecke … wenn es dabei nicht um die maximale Reichweite geht, dann sollte man auch diese mit einem möglichst kleinen Scope tun. Am Beispiel meines Repeaters wäre der kleinste Scope de-solling und ich beschäftige mit meinem Test dann vielleicht maximal 10 Repeater. Und es steht ja jedem frei eine eigene Region für seine Repeater-Flotte zu definieren … rainersrepeater … und das wird dann wirklich nur von den eigenen Repeatern wiederholt und belastet das Gesamtnetz … sorry Mesh 😉 … kaum.

Im Channel #ping sollte sich jeder ganz grundsätzlich mal kritisch hinterfragen, zu welchem Zwecke er pingt!

Wenn ich einfach sehen will, wie weit meine Nachricht kommt, dann kann ich die natürlich ohne Scope absenden. Es muss mir aber klar sein, dass diese Nachricht viel Last im Mesh erzeugt und die Antwort von vielleicht 3-4 Bots nochmal genausoviel. Dann vielleicht lieber mal im Public ein freundliches „Hallo“ schreiben und man kommt noch mit netten Menschen in Kontakt.

Viele Ping-Bots haben – aufgrund kritischer Stimmen – schon eine Begrenzung von Hops sowie eine Blocktime implementiert, so dass die Antwort im Zweifel etwas weniger das Netz flutet, als die eigentliche Anfrage. Diverse Bots sind gänzlich angeschaltet, weil ihre Admins das Problem mit dem Bot-Traffic selber erkannt haben.

Wenn ich mit dem Ping herausfinden möchte, ob von meinem aktuellen Standort mein „Leuchtturm“ in Form des Bots noch erreichbar ist, dann kann man diesen auch ein bißchen technisch umgestalten und dann sind wir wieder bei Scopes.

Ping-Bot Schoningen.msh3.de

Mein Bot „Schoningen.msh3.de“ lauscht in den Channels #ping, #ping-mitte und #uslar auf das Wort ping und hat noch dazu eine Hop-Begrenzung von 5 Hops. Jedem Channel habe ich einen aus meiner Sicht passenden Scope gegeben, um die Ausbreitung der Antwort lokal zu begrenzen und nicht sinnlos das PONG bis Hamburg zu streuen. Das PONG in #uslar wird mit dem Scope de-solling gesendet, so dass man hier in der Region prüfen kann, ob die Nachricht durchs Uslarer Land transportiert wird. Im Channel #ping-mitte ist der Scope de-mitte gesetzt.

Das begrenzt aus meiner Sicht die Last für das Mesh durch den Bot erheblich ein und hält mich erstmal von einer gänzlichen Abschaltung ein.

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