Neue Spielzeuge steigern bekanntlich den Spieltrieb und so kommt der IT-affine MeshCore-Nutzer früher oder später auf die Idee doch auch mal einen Bot zu bauen und in das Mesh zu stellen. So ein Bot kann informativ und unterhaltsam sein, aber eben auch eine unheimliche Last für das Mesh.
Bots lauschen in Channels und erzeugen damit erstmal flood-Traffic durch die Anfrage und die Reaktion des Bots – Traffic der bekanntermaßen das Mesh stark be- und regional auslasten kann. Als sich vor ein paar Tagen eine stabile Brücke aus der Mitte bis nach Oberfranken gebildet hatte, schlugen plötzlich diverse, für uns neue, Bots in den Channels #test und #ping durch und natürlich triggerten die Anfragen aus dem neuen Gebiet dann auch vermehrt bestehende Bots in der Mitte und umgekehrt natürlich auch. Es entstanden wirklich unschöne Bot-Schlachten in den Channels und der Traffic nahm auch im Analyzer nachvollziehbar extrem zu, so dass teilweise kaum noch lokaler Austausch möglich war.
Ein Mesher aus dem Bereich Gotha schaltete freundlicherweise seinen Bot kurzfristig ab und wir haben hier in der Mitte unsere zwei Bots (Uslar & Herzberg) noch weiter eingeschränkt, so dass diese tatsächlich fast nur noch von lokalem Traffic getriggert wurden. Aus dieser Maßnahme heraus versuchte ich dem Mesher aus Gotha zu helfen, seinen Bot auch entsprechend lokal zu begrenzen und ich befasste mich erstmals mit einem weit verbreiteten Bot-Script (https://github.com/agessaman/meshcore-bot/) und musste feststellen, dass dieser zwar wahnsinnig vielseitig ist, aber leider einen wesentlichen Designfehler hat … er kann keine Scopes!
Macht denn das so einen großen Unterschied, ob mein Bot scoped oder normal flutet?
Ja, macht es! Der Unterschied ist in unseren Beobachtungen in den Analyzer-Regionen KSF LEJ BWE, dass es den Bot-Traffic um etwa 80% reduziert. 80% mehr Airtime im Mesh für Nachrichten zwischen Menschen.
Reicht es den Bot mit scope zu begrenzen?
Nein, das reicht nicht! Auch die Bot-Nutzer müssen lernen einen Scope zu nutzen, der zu ihrer gewünschten Bot-Anwendung passt. Wenn ich lokal/regional mit einem Ping-Bot testen will, sollte ich einen Scope wählen, der zum Ziel-Bot passt. Wenn ich weiß, dass der Bot irgendwo in der Mitte steht, dann ist de-mitte der richtige Scope … und auch damit reduzieren wir die Flood-Ausbreitung ganz ordentlich.
Welchen Bot sollte ich als Ping-Bot installieren?
Gar keinen! Blöde Antwort von jemandem, der selber Bots betreibt, aber eigentlich braucht unser Mesh in der aktuellen Situation mit viel zu viel Flood-Traffic keine weiteren Bots. Viel mehr sollte man prüfen, ob der eigene Bot überhaupt gebraucht wird oder zumindest „enger“ eingestellt werden kann … reagieren nur bis max X Hops, antworten nur mit Scope … und wenn das nicht geht, muss man überlegen, ob man das Bot-Script wechselt oder ihn ganz vom Mesh nimmt.
Linktipp
Einfacher meshcore-ping-bot mit Scope und Hop-Limit | https://github.com/do6uk/meshcore_bot
Sehr schön geschrieben!
Wir beobachten hier in der Schweiz ähnliche Entwicklungen. Der eigentliche Zweck von MeshCore, nämlich Nachrichten zwischen Menschen von A nach B zu senden, wird zunehmend schwieriger. Ich persönlich freue mich auf die erste Firmware, welche die vollständige Kontrolle des „Ping-Pong“ Verkehrs auf dem Repeater ermöglicht und damit den Erhalt der Grundfunktion von Meshcore sichert.